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Functional Training: Ganzkörper-Workout für mehr Leistung

 

Einer der großen Trends der letzten Zeit ist das Functional Training nach Michael Boyle. Anders als beim klassischen Bodybuilding, bei dem einzelne Muskeln gezielt trainiert werden, setzt Functional Training auf ganze Bewegungsketten, um verschiedene Muskelgruppen anzusprechen und den Körper insgesamt zu stärken.

Functional Training stärkt den gesamten Körper

Beim klassischen Bodybuilding geht es vor allem um Muskelwachstum. Fast jeder Muskel wird einzeln mit bestimmten Trainingsgeräten angesprochen. Die Maschine bestimmt dabei die Bewegung. Functional Training geht einen anderen Weg: Im Training werden verschiedene Muskelgruppen gleichzeitig mit bestimmten Bewegungsabläufen angesprochen. Die Muskulatur wird dabei quasi von alleine gestärkt, doch Endergebnis sind weniger riesige aufgepumpte Muskeln als ein allgemein gestärkter athletischer Körper. Sehnen und Gelenke werden unterstützt, sodass der Körper insgesamt weniger anfällig für Verletzungen ist.

Welche Geräte brauche ich für Functional Training?

Die gute Nachricht zuerst: Für den Einstieg ins Functional Training sind gar keine Geräte erforderlich. Hintergrund ist der Gedanke, dass der Körper selbst mit seinem Gewicht als Trainingsgerät dienen soll. Dazu werden alte Gymnastikübungen wie Liegestützen und Kniebeugen reaktiviert und verfeinert. Später kommen einfache Hilfsmittel wie die Turnbank oder ein Gymnastikball hinzu. Instabile Unterlagen wie ein „wackliger“ Gymnastikball sorgen dafür, dass der Körper auf die fehlende Balance mit besserem Gleichgewicht reagiert. Wer sich nicht vorstellen kann, wie groß diese Herausforderung ist, wird mit diesem Video eines Besseren belehrt!




Für Fortgeschrittene gibt es beim Functional Training verschiedene Fitnessgeräte, die über Spezialisten wie die aerobis fitness GmbH zu beziehen sind. Ausgesprochen beliebt ist zum Beispiel das Schlingentraining, bei dem verschiedene elastische Seile und Schlingen verwendet werden. Es macht sich die Schwerkraft und die Instabilität zunutze: Wer in den Griffen hängt, muss sich entgegen der Schwerkraft nach oben stemmen und zugleich den sehr wackligen Halt der Schlingen mit der körpereigenen Balance ausgleichen. Viele Fitnessstudios bieten bereits Schlingen an, doch sie können auch für den Heimgebrauch gekauft werden. Dies hat wiederum den Vorteil, dass das Schlingentraining jederzeit am Ort der Wahl durchgeführt werden kann, zum Beispiel im eigenen Garten oder im Park. Eine Einführung zum Schlingentraining von Prof. Froböse von der Spoho Köln gibt es hier:

Was bringt mir das Functional Training?

Functional Training ist der ideale Einstieg für alle, die nicht unbedingt mächtige Muskeln oder ein perfekt definiertes Sixpack heranzüchten möchten. Sie stärken mit Functional Training den gesamten Körper und wirken so insgesamt einfach athletischer. Am Anfang steht generell die Stärkung des sogenannten Core, der Rumpfmuskulatur. Hier im Core befindet sich gewissermaßen das Energiekraftwerk des Körpers, aus dem alle Bewegungen gesteuert werden – ganz gleich, ob es sich um Laufen handelt (Beine), Werfen (Arme) oder Schwimmen (Beides). Mit einem starken Core fallen andere Sportarten leichter. Zugleich schützt eine starke Rumpfmuskulatur die Hüftgelenke und die Wirbelsäule. Davon profitieren nicht nur Bodybuilder und andere Intensivsportler, sondern vor allem eben auch Menschen, die den ganzen Tag sitzend am Schreibtisch verbringen und unter Bewegungsmangel und Rückenschmerzen leiden.

So verwundert es dann auch wenig, dass Functional Training seinen Ursprung in der Krankengymnastik hat. Es war der US-amerikanische Physiotherapeut Gary Gray, der bereits in den 90er Jahren den Gedanken eines funktionellen Trainings entwickelte. Er vertrat die Ansicht, dass der Körper nur dann gesunden könnte, wenn ganze Muskelgruppen gleichzeitig trainiert und stabilisiert werden.

Kann ich Functional Training und Bodybuilding kombinieren?

Beides ergänzt sich perfekt. Die komplexen Bewegungsabläufe des Functional Trainings stärken den Körper ganz allgemein. Beim Krafttraining werden einzelne Muskeln zusätzlich gestärkt. Zusammen ergibt sich so ein durchtrainierter Körper, der weniger verletzungsanfällig, widerstandsfähiger und leistungsstärker ist. Obendrein macht das Functional Training mit einfachen Übungsgeräten wie den Schlingen an der frischen Luft einfach Spaß. Es lohnt sich also mehrmals pro Woche einige Einheiten Functional Training in das eigene Programm mitaufzunehmen. Wer im eigenen Fitnessstudio keine entsprechenden Angebote findet, kann auf das Standardwerk von Michael Boyle zur Einführung zurückgreifen.




Bild: ©istock.com/andresr

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