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Gen-Diäten für Bodybuilder – was ist davon zu halten?

Diäten, die auf Genanalysen beruhen, sind derzeit schwer in Mode gekommen. Unter eine Gen-Diät wird eine auf individuelle genetische Merkmale beruhende Ernährungsempfehlung verstanden. Wissenschaftler, beispielsweise von der TU München, bezweifeln allerdings den Sinn solcher Diäten. Es gebe überhaupt keinen Beleg für den Einfluss genetischer Faktoren auf die Zufuhr beziehungsweise die Aufnahmefähigkeit von Kohlenhydraten, Fett oder Kalorien im Allgemeinen.

Wissenschaftliches Tests ergeben bislang kein einheitliches Bild

Zwar konnten das sogenannte Melannocortin-4-Rezeptor-Gen (MC4R) und das FTO-Gen für Fettmasse und Fettleibigkeit identifiziert werden, die einen gewissen Zusammenhang mit der Energiezufuhr aufweisen, jedoch kann dieser Zusammenhang keinesfalls verallgemeinert werden, da dieser nur auf einige Personen zutrifft.

Bei sämtlichen bisher durchgeführten Untersuchungen gab es jedes Mal unterschiedliche Ergebnisse. Daher können die Gene auch nicht als allein entscheidend für die Zufuhr oder Aufnahme von Fetten, Kohlenhydraten und Kalorien verantwortlich gemacht werden.   

Insgesamt sei der Wissensstand derzeit auch noch viel zu gering auf diesem Gebiet, um individuelle Empfehlungen für die Ernährung ableiten zu können.

Daraus lässt sich auch schlussfolgern, dass Gen-Diäten für Bodybuilder, die an einem Aufbau von Muskelmasse und einem möglichst niedrigen Fettanteil im Körper interessiert sind, nicht bei allen Bodybuildern die gleiche Wirkung zeigen und daher nicht allgemein zu empfehlen sind.

Hier müsste zuerst eine detaillierte genetische Typisierung der Sportler vorgenommen werden, um Wechselwirkungen und den Einfluss von genetischen Faktoren und bestimmter Muskelbildung und Fettabbau klar identifizieren.

Viele meinen, es würde ein genetisches Limit beim Muskelaufbau geben

 Bei einem Teil der Bodybuilder hält sich das Gerücht, dass die Genetik eines Sportlers ein zentraler Faktor ist, der darüber bestimmt wie viel Muskelmasse sich im Körper aufbauen lässt. Sie sagen, es würde so eine Art genetisches Limit geben. Die andere Fraktion unter den Bodybuilder steht diesen Argumenten allerdings sehr kritisch gegenüber.

Bei ihnen heißt es, es entscheidet im Grunde genommen die Willenskraft darüber, was im Bodybuilding möglich ist. Hierbei ist vor allem hartes und effektives Training sowie eine zielgerichtete Ernährung entscheidend. Viel wichtiger sei jedoch der Geist, der über den Körper und den Muskelaufbau entscheidet.

Dabei wird allerdings auch nicht negiert, dass es viele Faktoren gibt, die nur schwer zu beeinflussen sind, etwa der allgemeine Körperbau und die Muskelform, die Stoffwechselgeschwindigkeit, der Grad der Nahrungsverwertung, das Verhältnis von roten zu weißen Muskelfasern sowie die Anzahl und die Verteilung der im Körper bereits vorhandenen Fettzellen.

Weiterhin wird argumentiert, dass es eigentlich nur sehr wenige sogenannte Hardgainer gibt, die trotz intensiver Bemühungen und nach allgemeiner Einschätzung richtigem Training sowie zielgerichteter Ernährung nahezu keine zusätzliche Muskelmasse aufbauen.   

Bodybuilding ist eine Lebenseinstellung

Wer Bodybuilding betreibt, muss sein Leben von vielen süßen Sünden und Lastern befreien. Alkohol, Tabak und ungesunde und fettreiche Ernährung müssen aus dem Leben verschwinden. Weiterhin ist in jedem Fall Disziplin und ein hartes Training erforderlich.

Wer dagegen gerne Feiern geht, sein Feierabendbier oder das Spielen mit einer Auswahl an Automatenspielen bevorzugt, anstatt die freie Zeit für das Training zu nutzen, wird es nicht weit bringen in der Szene. Selbst wenn es genetische Limits geben sollte, kann durch das harte Training, die richtige Ernährung und viel Selbstdisziplin immer noch ein überdurchschnittlicher Muskelaufbau erreicht werden. Bodybuilder müssen, wenn sie etwas erreichen wollen, alles geben und sich umgekehrt auch vielen Einschränkungen unterwerfen.

Um mit dem Bodybuilding anzufangen ist es eigentlich nie zu spät

Selbst im Alter, wenn schon eine gewisse Degeneration im Muskelbau eingetreten ist, kann mit Bodybuilding noch einiges erreicht werden. Es gab schon einige über Achtzig- oder Neunzigjährige, die noch einmal zum „Best Ager“ wurden, wie sie nach eigener Einschätzung verlauten ließen.

Ein prominentes Beispiel ist der mittlerweile 76-jährige Amerikaner Jim Arrington, der immer noch einen Preis nach dem anderen abräumt. In seiner Jugend litt Jim Arrington an Asthma und war ein insgesamt schwächlicher Typ, wie er selbst sagt.

Im Alter von 15 Jahren fing er jedoch an zu trainieren, um nicht mehr gehänselt zu werden und um sein Selbstbewusstsein aufzupolieren. Er empfiehlt den Jüngeren: „Du muss einfach nur die richtige Einstellung haben und positiv bleiben. Dann hast du einfach die meisten Punkte im Leben.“

 

Bild: Clipdealer Media-ID: A:12141011

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