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Mit Selfies den Fortschritt prüfen

Vorher und Nachher: Fotos als Vergleich sind vor allem als Diät-Werbung beliebt. Doch unretouchierte Selfies, ohne Tricks und Models als Objekt, können tatsächlich auch von Nutzen sein.

Mal ehrlich: Wer zieht nicht vor dem Spiegel den Bauch ein oder versucht auf Bildern in Social Media und Dating-Apps jünger, fitter und durchtrainierter auszusehen? Das mag zwar dank Filter, Beleuchtung und ein paar anderen Tricks auf Facebook, Instagram, Tinder und Co. super wirken, hat aber mit der Realität meist nicht mehr viel zu tun.

Nicht für den öffentlichen Gebrauch gedacht, aber nützlich zur Erfolgskontrolle sind stattdessen Selfies, die den Fortschritt (oder Mangel an Fortschritt) bei Fitness-Programmen nachvollziehen.

Allerding soll das nicht in Obsession ausarten. Eine Fotorunde pro Monat müsste genügen, um bei regelmäßigem Training die Unterschiede festzustellen. Aufnahmen sollten in den gleichen Kleidungsstücken gemacht werden, und zwar von vorne, hinten und von der Seite. Bauch einziehen gilt nicht.

Optimal ist hautanliegende Sportkleidung und ein freier Bauch, um zu sehen, wann aus potenzieller Wabbelmasse und Hüftgold straffe Muskulatur geworden ist. 

Die Selfies werden am besten zu Hause geschossen. Wer sich im Fitness-Studio fotografieren will oder sich dort Hilfe holt, sollte das am besten diskret machen. Zu den Benimmregeln im Studio gehört außer dem Aufräumen und Reinigen von benutzten Geräten und Zubehör auch die Rücksichtnahme auf die Privatsphäre der anderen Nutzer. Die haben weder im Selfie aufzutauchen, noch sollten Spiegel und Geräte blockiert werden. Außerdem ist es psychologisch schwieriger, in derÖffentlichkeit darauf zu verzichten, sich in eine schmeichelhafte Pose zu werfen.

Smartphones und Tablets ermöglichen aber mit etwas Disziplin sogar noch ganz andere Fortschritte. Willkommen in  der Welt der Selfie-Medizin: In Houston im amerikanischen Texas werden bestimmte Patienten über eine Smartphone-App daran erinnert, ihre Medikamente einzunehmen. Die Teilnehmer an dem Programm filmen das Schlucken der Tabletten und schicken die Videos an ihren Arzt oder ans Krankenhaus, wo die Aufnahmen kontrolliert werden.

Das spart nicht nur Hausbesuche zur Kontrolle und damit Pflegekräfte, die Mitverantwortung der Patienten kann sich auch positiv auf die Kranken auswirken. Und sie soll die hohe Prozentzahl an Patienten verringern, die eine Tablettenkur vorzeitig beenden und sich selbst dadurch gefährden.

Es gibt inzwischen sogar schon Überlegungen, mit fortschreitender Nanotechnologie Tabletten mit Sendern auszurüsten, so dass kontrolliert werden kann, dass sie auch geschluckt worden sind, selbst wenn der Patient sich zu dem Zeitpunkt beim Einkaufen online aufhält oder im Fitness-Studio nicht filmen kann. 

Ein weiterer Vorteil von Selbstaufnahmen in beiden Fällen ist eine Erinnerung an Selbstdisziplin und Eigenverantwortung. Und Ergebniskontrolle: Wer seine Tabletten falsch oder unregelmäßig nimmt, kann sich schaden, und auch beim Fitnesstraining kommt es darauf an, es richtig zu machen. Wer die Muskulatur einseitig oder viel zu stark oder zu wenig belastet, wird es nicht nur spüren, sondern irgendwann auf den Fotos auch sehen.

Wer sich geniert oder keine Zeit hat, regelmäßig ins Fitness-Studio zu gehen, kann stattdessen zwischen immer neuen Smartphone-Apps wählen. Hauptsache, es wird sich bewegt.

Foto: Clipdealer Media-ID: A:49090306

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